Die Wüste hat mich leer gemacht

Vier Tage. 1500 km mit dem Auto. Endlose Weite….Wir fanden uns größtenteils alleine in flacher, hügeliger, erdiger, bergiger, spektakulärer Landschaft wieder… am Ende nur der Horizont.

In einer Vorstadt der Sahara angekommen, fragen wir nach einem Camp für die Nacht. Eine Stunde später sitzen wir auf den Kamelen, die uns in den Sonnenuntergang tragen… im Camp angekommen, steigen wir ab, klettern auf die höchste Düne, die wir finden und erleben einen magischen Sonnenuntergang…

Erst im Dunkeln steigen wir ab, laufen barfuß in unser Camp, das wir für uns alleine haben, wie sich herausstellt… Lediglich ein Koch und der Kamelguide sind anwesend und servieren uns ein hervorragendes Dinner inmitten der Saharadünen.

Um Mitternacht steigen wir nochmal auf eine Düne und spazieren dieser entlang… der Sand unter den Füßen ist mittlerweile kalt geworden, es ist windstill und nicht das leiseste Geräusch ist zu hören.

Ich fühle mich leer… und doch so erfüllt.

Bevor ich mich am nächsten Morgen wieder aufs Kamel schwinge, um vor der größten Hitze zurück in der Stadt zu sein, schaue ich noch mal in diese Weite und fühle eine friedliche Leere, wie sie erfüllender nicht sein könnte. Keine Gedanken. Keine Vorstellungen. Friedlicher Stillstand. Pures Sein.

Auf dieser ganzen Reise, taucht nur eine Frage immer wieder auf…. was wäre, wenn es nur darum geht? Sich immer wieder leer zu machen von allen Vorstellungen, die wir über uns und unser Leben haben…. und zu sehen, was letztlich übrigbleibt?

In der Leere liegt die größte Fülle. Im Sein der Schlüssel für Freiheit.

Wieder daheim angekommen, fühle ich eine sonderbare Stille in mir…. denn wieder hat mich Marokko gelehrt, dass die Ideen des Verstandes keine Wirkungen haben, wenn sie nicht wahrhaft dem entsprechen, was uns bestimmt ist, in die Welt zu bringen. Alles Wollen bringt nichts, wenn es nicht aus dem Innersten kommt. Erst wenn Ideen auch spürbar werden, haben sie Kraft und werden fruchten. Al Hamdulillah

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