Unter dem Nikab…. und über die Freiheit

Als Karin hier in Marrakesch war, sind wir zusammen tief in die Themen rund ums Frausein eingetaucht, auch anlässlich der Vorbereitungen für unser Women.Retreat… so geschah es, dass wir uns auch mit den einheimischen Frauen hier verbinden wollten und ihr Erleben von Weiblichkeit hinter Schleier und weiten Kleidern nachempfinden wollten.

So ließen wir uns ein auf ein Erlebnis der besonderen Art… wir kauften uns beide einen ‚Nikab‘, einen schwarzen Kopfüberwurf, der nur die Augen freilässt. Wir wollten uns keinesfalls einen Spass daraus machen oder uns verkleiden, sondern uns in tiefem Respekt den Frauen und der Kultur gegenüber auf dieses Vorhaben einlassen…. Das Vorhaben war es, in dieser Kleidung durch die Medina zu schlendern und einzutreten in die Welt dieser Frauen …und zu erfahren, was es mit uns macht…. aber auch um nachzuempfinden wie diese Frauen ihr Frausein erleben dürften…

Etwa 2,5 Stunden gingen wir so durch die Medina, die Altstadt von Marrakesch… und haben uns hineinbegeben in die Tiefen der Souks… vorbei an den Handwerkern…. Goldschmieden, Schustern und Korbflechtern… vorbei an den Teppichhändlern….weiter in die Oliven- und Kräutersouks…vorbei an den Touristen, an den Männern und an den gleichermaßen verschleierten Frauen…. Bis hin zum Jeema el Fna, dem berühmten Gauklerplatz.

Wie ging es mir nun damit als über alle Maßen freiheitsliebende Frau?

Ich empfand anfangs eine heilige Ruhe unter diesem Schleier…. Kaum jemand wagte uns anzuschauen… weder die Touristen noch die Einheimischen… Jeglicher Augenkontakt mit uns wurde vermieden. Wenn man hier als europäische Frau durch die Souks schlendert, sind immer alle Blicke auf einen gerichtet….. aus Neugierde aber auch um potentielle Käufer zu sichten.

So wurde es also plötzlich sehr ruhig um uns… Die Verschleierung hat uns gewissermaßen Schutz geboten… Denn so fühlte ich mich tatsächlich… geschützt vor Blicken und vor Worten…

Außerdem fühlte ich mich sehr respektiert… insbesondere von den einheimischen Männern, die den Blick senkten, wenn wir an ihnen vorbeigingen. Es war auch sehr spannend zu erleben, dass wir beide von Beginn an eine sehr würdevolle Haltung einnahmen… Wir gingen aufrecht und langsam… Es war kein Gehen, es war ein Schreiten… Und so wie wir uns bewegten, wurden wir auch behandelt… würdevoll, respektvoll und sehr geachtet.

So tiefgehend diese Erfahrung war und so überraschend positiv die Gefühle waren, die ich im Erleben einer verschleierten Frau empfand…. So dankbar habe ich mich schließlich wieder ‚entschleiert‘…  wertschätzend für meine Freiheit als Frau.

Das Gefühl des Abnehmens meines Nikab war wohl der für mich ergreifendste Moment.

Dabei würde ich nicht sagen, dass diese Frauen unfrei sind… für viele ist es sicher auch von Vorteil hinter ihrem Schleier zu sein….. und eben niemals beobachtet zu werden. Auch das ist womöglich eine Form von Freiheit.

Für mich bedeutet Freiheit… ohne Masken zu sein… und mich zu befreien von allen Rollen und Konzepten die uns entweder auferlegt wurden oder die wir selbst gewählt haben. Freiheit heißt für mich… nichts und niemandem mehr entsprechen zu müssen… Sondern zu sein wie ich bin. Frei von allen Rollenspielen. Denn nach meinem Empfinden ist das Verschleiern der Frauen voll mit Konzepten etwas Bestimmtem entsprechen zu wollen oder zu müssen…. sei es der Religion, der Tradition oder der Gesellschaft. Es ist gewissermaßen ein Rollenspiel….

So frage ich mich nach dieser Erfahrung mehr denn je… wo spiele ich selbst noch eine Rolle indem ich etwas oder jemand sein möchte… und dabei etwas oder jemandem versuche zu entsprechen?

Und dann entscheide ich mich ganz bewusst dafür, all das zu verabschieden…

Denn ich will sein wie es mir entspricht zu sein… nicht auf rebellische Art… sondern ganz natürlich… frei von Ideen über mich und mein Sein.

So fühle ich mehr denn je eine tiefe Dankbarkeit für diese Frauen und einen tiefen Respekt für ihre Kultur und Religion…. und dafür, dass sie mich so viel lehren… über das Frausein und über mich selbst. Al Hamdulillah.

 

 

 

 

SANA SAIDA I Silvester in Marrakech

Ich hatte geplant Silvester in der Agafaywüste zu verbringen…. Meine marokkanischen Freunde verstanden nicht ganz warum und kommentierten meinen Wunsch nur mit: ‚it will be dark and cold‘… es würde dunkel und kalt sein…

Ich wollte nun aber unbedingt etwas Besonderes machen zu Silvester…. So wie man das eben macht. Alle Planungen gestalteten sich aber irgendwie schwierig… es war kein Mietauto mehr zu kriegen, Restaurants waren ausgebucht und die Unaufgeregtheit meiner marokkanischen Freunde zum Thema Silvester haben schließlich dazu geführt, den Abend planlos kommen zu lassen….

So haben wir gemacht, was wir jeden Abend machen…. durch die Medina schlendern, Essen wann wir Hunger haben und uns treiben lassen… und sehen wohin es uns führen mag.

Erst um Mitternacht, als unser Medinaspaziergang am Jeema el Fna, am berühmten Gauklerplatz endete… wurde mir klar, warum hier niemand auf meine Silvesterpläne eingegangen ist…

Die Leute am Platz und in den Gassen haben einfach weitergemacht mit dem was sie gerade machten…. Orangensaft pressen, Trommeln, Schaffelljacken verkaufen, Lammfleisch grillen und Henna aufmalen.

Es gab weder ein Feuerwerk, noch ein Countdownzählen. Auch keine Umarmungen oder Neujahrsküsse.

Da musste ich lachen… weil das eigentlich wieder typisch ist für die Marokkaner… Diese Entspanntheit und Unaufgeregtheit bei allem…. Erst um fünf nach zwölf hörte ich jemanden Happy New Year rufen… und das wohl auch nur für die Touristen, die voller Erwartung zu Silvester nach Marrakesch kamen.

Jedenfalls war ich von Freude und Dankbarkeit durchflutet über dieses Erlebnis zum Jahreswechsel….

Wollen wir doch in unserer westlichen Kultur möglichst viel erleben…. Wir suchen und planen die Vergnügungen schon im Vorhinein…. Vergnügungen die von kurzer Dauer sind, aber in der Tiefe nichts hinterlassen….

Was wäre, wenn wir im einfachen Sein und im ‚kommen und geschehen lassen‘ etwas viel Tieferes, Friedvolleres, Stilleres finden…. Ein Erleben das anhält und uns in der Tiefe nährt…

Denn genau so habe ich mein Silvester in Marrakesch erlebt…. In der Tiefe nährend….

Das Schlendern durch die Medina, die tiefsinnigen Gespräche oder einfach nur die Stille im Gehen und im Sein. Und wieder hat mich Marokko mit Erkenntnissen beschenkt…. dass weniger mehr ist und dass wir im Hingeben und im Empfangen weit mehr beschenkt werden als im Wollen und Tun und im Erwarten.

Danke! Sana Saida…. Ein glückliches neues Jahr euch allen!

 

 

 

Simplicity

Wenn ich gefragt werde, warum es mich so nach Marokko zieht, ist meine Antwort immer: Die Einfachheit….die ‚simplicity‘. So saß ich am heiligen Abend bei einer Harira, einer marokkanischen Gemüsesuppe in einer Gasse in der Medina, der Altstadt von Marrakech. Eine Frau sitzt hier täglich mit ihrer kleinen Tochter und verkauft ihre selbstgemachte Harira. Den Suppentopf auf dem Boden auf einer Gasplatte, ein paar Schüsseln und ein paar Löffel… 3 Dirham kostet eine Suppe, das sind etwa 25 Cent. Das Geschäft läuft… so wie ich es beobachte…

Als ich da saß, wurde mir bewusst, dass ich sehr wohl ein ganz anderes Leben führen könnte. Ich könnte am heiligen Abend bei einem Galadinner sitzen, bei Kaminfeuer und Kerzenschein. Ich könnte Geschenke empfangen und guten Wein trinken. Warum suche ich diese Einfachheit so sehr… fragte ich mich in diesem Moment in der Medina nebst dieser Suppenfrau mit ihrer Tochter.

Die Antwort kam am nächsten Morgen…

Es sind die Werte die hier gelebt werden…. Das Gemeinschaftsgefühl, die Freundlichkeit der Menschen untereinander, die einfachen jedoch sehr tiefgründigen Gespräche sowie die Demut und Achtung vor etwas Höherem.

Noch nie habe ich mich mehr zugehörig gefühlt, als wenn ich hier in der Medina unter den Menschen bin. Hier fühle ich mich als nichts Besonderes, sondern einfach nur als ein Teil des großen Ganzen. So hat auch hier jeder seine Aufgabe und seinen Beitrag zur Gemeinschaft… sei es die Frau, die ihre Harira verkauft oder der Schneider, dem ich gestern eine Hand- und eine Geldtasche zur Reparatur gebracht habe. Jeder wirkt in seinem Sein und Tun und dient dabei dem anderen.

So sehe ich auch mein Leben als ein Wirken und Dienen mit dem was ich bin und mache. Dem großen Ganzen höchstmöglich beizutragen indem wir unseren wahrsten Kern leben und uns daraus zu entfalten, ist nach meiner Wahrnehmung der Sinn unseres Lebens hier auf der Erde.

So liegt wahrlich sehr viel Reichtum in dieser Einfachheit….und ich stelle fest, wie ruhig es in mir geworden ist. Ich habe Ruhe gefunden…. In mir. In diesem Land… an diesem Ort in all seiner Einfachheit, wenn auch Intensität.

Ich suche nicht mehr. Ich bin einfach. Ich habe mich in mich hinein entspannt. Wissend, dass immer alles richtig ist, wie es ist. Vertrauend, dass ich geführt bin…. Und schließlich ist da sehr viel Freude in mir… auf das was kommen mag…. auf neue Ideen und neues Erschaffen… auf neue Menschen und Kreationen…

So heiße ich willkommen was zu mir kommen will….Marhaba…

Marhaba heißt ‚willkommen‘ auf Arabisch… und man hört es hier den ganzen Tag… Marhaba ist für mich mittlerweile zu einer inneren Haltung geworden… ‚Will-kommen‘ zu heißen was ‚kommen will‘ bedeutet nämlich auch: sich dem Leben und sich selbst hinzugeben… In diesem Sinne… würde ich mich sehr freuen, einige von euch im nächsten Jahr in Marokko willkommen zu heißen! Marhaba!

 

Mohammed

Ich bin zurück in Marrakech. Zuvor hatte ich immer ein paar Tage gebraucht um anzukommen… und mich einzuschwingen auf die sehr starke Energie hier. Heute stelle ich fest, dass diese Energie hier zu meiner eigenen geworden ist…. Es überfordert mich nicht mehr, durch die Souks zu schlendern oder den Jeema el Fna, den Gauklerplatz in all seiner Intensität zu überqueren….

Ich bin zu dieser Energie geworden….

So wie Mooji oft sagt: ‚Du hast kein Leben, du bist das Leben.‘ So fühle ich mich gerade… als das Leben selbst, das erschafft und wirkt indem ich einfach bin wie ich bin… und aufgehört habe, etwas oder jemand sein zu wollen.

Diese Qualität hat auch Marokko an sich… die Menschen SIND einfach. Da spielt Zeit, Alter oder Status keine Rolle. Für sie ist es wichtig, wie man ist und nicht was man ist…

Eine der wichtigsten Begegnungen, die ich hierzu in Marrakech hatte, war jene mit Mohammed. Er besitzt ein kleines Lebensmittelgeschäft (ca.5m²) in der Medina. Jedes Mal, wenn ich an ihm vorbeiging oder etwas kaufte, strahlte er mich an und grüßte mich mit einem Salam Aleikum. Ich beobachtete ihn über Wochen und sah, dass er das mit allen Menschen machte…. Mit Kindern, alten Menschen, Frauen, Männern, Einheimischen und Touristen.

Ich fühlte nach jeder Begegnung mit ihm einen tiefen Frieden und eine Freude in mir. Immer dachte ich: Was für ein Geschenk dieser Mann.

Mohammed ist außerdem ein sehr gläubiger Mann. Dreimal am Tag sperrte er sein Geschäft zu, um zum Gebet in die Moschee zu gehen, die gleich nebenan ist. Ich glaube, sein tiefer Glaube und seine Verbindung mit Gott, Allah, lässt ihn für andere strahlen.

Einmal erzählte ich ihm, dass er meinem Vater sehr ähnlich sieht…. Seither fragt er mich jedes Mal wie es meinem Vater geht… und grinst dabei über beide Ohren. Selbst nachdem ich ein halbes Jahr später wieder in seine Gegend kam, war die erste Frage nach der Gesundheit meines Vaters. Es hat mich wieder sehr berührt und wieder bestätigt, wie achtsam und tiefgründig die Menschen hier sind….

Es besteht ein tiefes Interesse am anderen und die Menschen erinnern sich an dich… vielleicht weil sie sich selbst nicht so wichtig nehmen. Sie hängen nicht am ‚Haben und Sein Wollen‘, sondern sind wie sie sind und dienen damit ihrem Umfeld in höchstem Maße.

Ich hatte viele solche Begegnungen wie mit Mohammed. Es ist hier eine tiefe Demut dem Leben gegenüber spürbar. Die Menschen sind sich einer höheren Kraft bewusst…. Deshalb auch das InschAllah nach jedem Satz…. InschAllah heißt: So Gott will. Alles wird also passieren, sofern Gott es will….

Diese Haltung ist hier überall als Energie wahrnehmbar… und es bringt auch mich in eine tiefe Demut und Hingabe an das Leben. Ich lasse mich in der Tiefe ein auf diese Energie und staune immer wieder… was sich dadurch öffnet….

mehr dazu folgt…. InschAllah.

Ich fühle eine tiefe Dankbarkeit für Mohammed und andere Begegnungen. Ich fühle mich so sehr willkommen in Marokko…. und auch sehr akzeptiert trotz aller Andersartigkeit. So sitze ich manchmal mit verschleierten Frauen zusammen an einem Tisch und wir lachen und reden zusammen… über die Liebe, das Frausein, die Kulturen oder auch über das Weltgeschehen…. und dann erkenne ich, wie gleich wir letzten Endes alle sind. Ob mit oder ohne Kopftuch, ob wir die gleiche Sprache sprechen oder uns mit Händen und Füßen unterhalten….wo wir herkommen und wer wir glauben zu sein aufgrund unserer Herkunft… all das hebt sich auf… in der Begegnung auf Augenhöhe und dem Respektieren von Andersartigkeit.

Al Hamdulillah.

Mohammed‘s Shop… Jeden Tag kommen jede Menge Kinder zu ihm…:

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Königinnen الملكات

Nach 2,5 intensiven Monaten in Marrakech bin ich gerade auf dem Weg in meine Heimat, wenn auch nur zu Besuch. In weniger als zwei Wochen fliege ich wieder zurück nach Marrakech, der Ort, der zu meiner zweiten Heimat geworden ist. Ich schaue zurück auf eine Zeit voller Intensität und Tiefgang… wie im Innen so im Außen. Ich reflektiere über meine Begegnungen und mein Erleben im Außen, das ich immer auch als Reflexion meines inneren Zustands erlebe.

So erkenne ich, dass ich tief in mein Frausein eingetaucht bin, meine Weiblichkeit angenommen habe als eine Quelle der Kraft und eingetreten bin in meine Königin, eine Energie die auch jeder anderen Frau innewohnt. Ich habe Frieden geschlossen mit mir und meiner inneren Frau, ich habe sie würdevoll angenommen in dem Wissen, dass ich nur damit der Welt beitragen kann…. Indem ich ein authentisches Frausein lebe.

Und auch die Frauen, denen ich im Außen begegnet bin, waren auf der Suche nach Heilung und einem würdevollen Dasein als Frau… Frauen, die intuitiv spürten, dass es noch etwas anderes geben würde, als Abhängigkeit und Dramen… Frauen, die Stille und Frieden in sich selbst suchten und die ihr Glück nicht länger von äußeren Umständen abhängig machen wollten.

Marrakech hat gefühlt eine sehr weibliche Energie… erdig, sinnlich und stark. So bietet sich ein Feld an, das ein tiefes Transformieren rund um die Themen der Weiblichkeit möglich macht. So zieht es Frauen zu mir nach Marrakech, die tief gehen wollen… und sich in dieser Tiefe befreien von allem was sie nicht sind und von allem was sie noch davon abhält, ein kraftvolles Frausein zu (er-)leben.

So bin ich mitgegangen mit Marrakech’s Energie…. und habe mich geöffnet und mich dem Prozess, der sehr kraftvoll war, hingegeben. Ich spüre mich nunmehr tief verbunden mit meiner inneren Frau, mit meiner Gebärmutter als die Weise in mir und mit meinem Schoßraum als mein Kraftzentrum. Ich liebe es sehr als Frau zu wirken und mir meiner weiblichen Kraft bewusst zu sein….

…und ich möchte noch viele Frauen dazu ermutigen in ihre Königin einzutreten und ihre Kraft zu leben und voll auszuschöpfen… zum Wohle aller. Alle Infos zur Königin, meinem Online Retreat findest du gleich hier: Die Königin I Online Retreat

Alles Liebe, Kathrin

Soul.Retreat Marrakech: verrückt, magisch, majestätisch

Stille. Tiefgang. Wahrheit. Auszeit. Rückzug und Entspannung waren Sinn, Zweck und Ziel unseres Soul.Retreats. So kamen fünf sehr unterschiedliche Frauen zu mir nach Marrakesch auf ‚Rückzug‘. Die Absicht war, sich aus dem Alltag rück zu ziehen, in eine tiefe Verbindung mit sich selbst zu kommen um die eigene Wahrheit wieder zu spüren und Antworten auf die individuellen Fragen an das Leben zu erhalten.

Marrakesch bietet ein Feld des tiefen Transformierens an, wenn man sich dafür öffnet und bereit ist, sich dem hinzugeben. Mir war deshalb bewusst, dass alles anders kommen würde als geplant… und es ein, zwei Tage dauern würde, um uns innerhalb unserer Gruppe sowie auf ein dynamisches, starkes Marrakesch einzuschwingen. Nach ein paar Gruppenclearings und der Bereitschaft eines tiefen Einlassens meiner Retreatteilnehmerinnen, fing die Transformation an….

Mitten in der Agafaywüste kamen wir also in eine tiefe Stille und Rückverbindung mit uns selbst…. Wir haben Themen geklärt, gelöscht und uns gegenseitig in tiefem Vertrauen für unsere Herzensthemen geöffnet. Schließlich begegneten wir uns in tiefer Stille und tiefem Verstehen und Annehmen der Anderen. Im Schweigen ist gefühlt am meisten passiert…. So haben wir erkannt, dass Worte überflüssig werden, wenn wir uns in der Tiefe auf uns selbst einlassen und schließlich auch auf unser Gegenüber.

Dieser Tag in der Wüste hat wahrlich Tore und Möglichkeiten für unsere Gruppe und jede einzelne geöffnet…. So wollte am Abend keiner schlafen gehen und wir haben noch bis tief in die Nacht Aufstellungen gemacht, sowie uns einer Stille Meditation hingegeben und geklärt und gelöscht was jeweils an die Oberfläche kam…

So verlief dann auch die restliche Woche… Unsere Ausflüge in und um Marrakesch haben uns geöffnet für die Möglichkeit einer tiefen Transformation und uns erlaubt uns hinzugeben… dem was da gerade mit uns allen passierte. Sobald es dann Abend wurde… fanden wir uns wieder im Salon unseres Retreathauses zusammen… um die unbändige Kraft unseres Frauenkreises voll auszuschöpfen…. Wir sind tiefe Gefühle durchgegangen und haben uns unseren Wahrheiten gestellt….

Aber vor allem…. haben wir gelacht bis zum Umfallen… und das jeden Abend und oft bis tief in die Nacht hinein. Mit jedem Tag sind wir leichter geworden…. Jeden Tag sind wir mehr aus dem Verstand rausgegangen… um direkt in unseren Körpern zu landen und in der Verbindung mit uns selbst….

Denn in diesem Erleben von purem Sein… gibt es keine Fragen mehr… alle Limitierungen des Verstandes heben sich auf… alle Analyse macht plötzlich keinen Sinn mehr…

So fanden wir nicht die Antworten nach denen wir anfangs suchten… sondern waren schließlich ohne den Fragen. Wir fanden uns in einem Erleben von purer Freude und Leichtigkeit wieder… Denn in der Verbindung mit uns selbst, blieb schließlich nur die Freude übrig… es war und ist unser natürlicher Seinszustand.

Die Soul.Retreatwoche, die verrückter nicht hätte sein können, endete schließlich mit einem Gemeinschaftstattoo… Wir organisierten einen Tätowierer, der bereit war, direkt in unser Retreathaus zu kommen… Die Damen wollten sich ‚Die Königin‘ in arabischer Schrift verewigen.

Die Königin als Sinnbild für würdevoll gelebte Weiblichkeit war schließlich das gemeinsame Thema unserer Gruppe… und wird die Damen nun an ihre Würde, ihren Wert und ihre Einzigartigkeit als die Frauen die sie wahrhaft sind, erinnern. Beim Abschied waren wir uns sicher: es wird eine Fortsetzung dieses Retreats geben…. Ein Retreat 2.0 sozusagen.

Ich freue mich sehr darauf… und fühle mich sehr verbunden mit diesen Frauen und auch mit allen anderen…. Wir alle sind Königinnen auf unsere eigene Weise. Nehmen wir uns an als das was wir wahrhaft sind…. kraftvoll und wissend.

Ich fühle mich tiefenentspannt seit unsere Retreatwoche… und sehr, sehr dankbar für die fünf tollen Frauen, die sich so auf Marrakesch und aufeinander eingelassen haben und die mich so viel lernen haben lassen… über mich selbst sowie über die unbändige, heilende Kraft einer Frauengemeinschaft.

Denn das ist wahrhaft mit uns allen passiert… Heilung und Befreiung auf einer tieferen Ebene… und das nicht durch psychologisieren und analysieren…. sondern durch eine tiefe Rückverbindung mit uns selbst.  Hier fanden wir Freude ohne äußeren Anlass, pure Leichtigkeit und eine tiefe Geborgenheit in uns und mit uns.

Wir haben uns geöffnet für eine authentische Weiblichkeit, denn nur damit können wir Frauen der Welt höchstmöglich beitragen… indem wir sind was wir sind, und uns nicht länger leugnen in unserem Wirken und Wissen darüber.

Wir haben es außerdem gewählt, uns zu befreien von den viel zu engen Konzepten des Verstandes und uns stattdessen geöffnet für eine tiefere Ebene des Daseins.

Al Hamdulillah.

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