Tiefgang

Ich bin seit einer Woche wieder zurück in Marokko. Es ist wie immer intensiv, bunt und echt. Ich war erstmals im Norden unterwegs, in Chefchaouen, der blauen Stadt, in die ich schon lange hinwollte.

Ich bin eingetaucht in Chaouen’s Energie, habe mich in Blau gebadet und dabei erkannt, dass ich noch tiefer tauchen möchte. In mich hinein. Ich spüre in der Verbindung mit mir eine tiefe Verankerung, die mich hält und trägt, selbst wenn es im Außen stürmisch zugeht.

Oft habe ich darüber vergessen…über mein inneres Zuhause und dass ich allen Halt in mir finde…. und dann erinnert dich das Leben… und fordert dich auf, dich rückzuverbinden und letztlich heimzukehren, in dich.

Und so bin ich gerade sehr dankbar… für das Leben in seiner Schönheit, aber auch für die Turbulenzen, die mich über mich hinauswachsen ließen und ungeahnte Kräfte freisetzten…

Kräfte der Versöhnung und des tiefen Verstehens und Begreifens auf Seelenebene.

Und so gehe ich noch tiefer…. und gehe hindurch auf was ich treffe…Und dann passiert das Ungeahnte… Ich treffe auf Weite. Leere. Stille, Befreiung und tiefen Frieden. Noch nie habe ich mein Herz weiter gespürt. Liebend mit allem was ist.

Es lohnt sich wahrlich, in die eigenen Tiefen zu tauchen… auszuhalten was ist, durchzugehen was uns begegnet und uns schließlich in der Tiefe zu befreien. Ich bin dankbar. Al Hamdulillah.

Lass dich nicht aufhalten

In Zeiten des Übergangs – dann wenn Entscheidungen zwar schon getroffen sind, aber im Äußeren noch nicht vollzogen – wird es wichtig, in der Verbindung mit uns selbst stabil zu bleiben…

…um uns nicht abbringen zu lassen, von dem was wir so klar fühlen. Von dem, was wir in stiller Stunde mit uns selbst vereinbart haben.

Wenn die Zeit reif wird, Entscheidungen nach außen zu tragen, sollten wir gut in uns verankert sein… Denn dann geht es darum, nicht nur zu wissen, was wir wissen, sondern es auch verinnerlicht zu haben und mit allem was wir fühlen zu verkünden und die neuen Wege zu vertreten..

Aber davor ist es ratsam, die Energie zu bündeln…. Entscheidungen in uns reifen zu lassen… solange bis wir stabil mit ihnen sind. Solange bis uns nichts mehr davon abhalten kann, zu tun was wir fühlen und umzusetzen was in die Welt möchte…

Letztlich geht es darum, uns selbst treu zu bleiben und keine Kompromisse mehr zu machen mit der eigenen Wahrheit…. ob es für unser Umfeld nun stimmig ist oder nicht…

Was am Ende zählt, ist den eigenen Weg gegangen zu sein… Auch wenn wir damit anfangs auf Unverständnis stoßen…. nach meiner Erfahrung ist es ein Beitrag für alle, wenn wir nach unserer Wahrheit leben, denn nur dann lasse ich anderen die Möglichkeit auch ihre Wahrheit zu leben.

Wenn wir nicht mehr leugnen, was wir fühlen, sondern uns hingeben als das was wir sind… können wir auch andere sein lassen wie sie sind und uns auch an ihren Wegen erfreuen.…

Und so wird es leichter… wir brauchen nicht mehr zu werten, ob etwas gut oder schlecht ist… sondern können es einfach ‚be-lassen‘ als das was es ist… Mit dieser Haltung kommen wir in einen Frieden mit uns selbst und mit allem was ist.

Und so werden auch unsere Entscheidungen (meistens) akzeptiert, weil sie auch für andere fühlbar wahrhaftig sind…. Und selbst wenn sie nicht akzeptiert werden, sind wir in Frieden damit….. denn alles darf sein.

 

 

Erste Schritte

Ich mache gerade die Erfahrung, dass der innere Fokus, die innere Ausrichtung maßgeblich und kompromisslos zu äußeren Ergebnissen führt. Sobald wir uns innerlich ausrichten auf das was Priorität haben soll in unserem Leben, kommen sprichwörtlich die Steine ins Rollen…. verschlossene und neue Türen öffnen sich… und das schneller als wir schauen können.

Was es braucht, ist ein klares inneres Ja oder ein klares inneres Nein. Wenn ich zurückblicke, dann habe ich viele Jahre mit einer ‚schauen wir mal‘- Mentalität gelebt. Heute erkenne ich, dass eine schwammige Einstellung auch schwammige Ergebnisse bringt. Immer nur zu warten, was das Leben wohl bringen wird und keine Entscheidungen zu treffen aus Angst das Falsche zu tun, ist destruktiv und bringt uns auch keine Ergebnisse. Damit halten wir Energie zurück, die fließen möchte und die etwas Neues kreieren kann…

Der erste Schritt bringt tatsächlich eine ganze Menge Bewegung mit sich. Ich kann nur dazu ermutigen, sich innerlich auszurichten auf das gewünschte Ergebnis und dann den ersten Schritt zu tun.

Es passieren gerade gefühlte Wunder durch das Setzen erster Schritte…. Auch Babyschritte funktionieren ganz gut…. 😉 Was es braucht, ist Mut aus der Komfortzone auszutreten und das Vertrauen auf Führung und in uns selbst.

Und was können wir verlieren, wenn wir einen Schritt aus einer unbequemen Situation raus tun? Es kann nur leichter werden….

Wenn du Hilfe brauchst, beim Schritte setzen, melde dich gerne!

Alles Liebe, Kathrin

 

 

Wer bist du, wenn du ganz du selbst bist?

Wir sind das Ergebnis unserer gesellschaftlichen Konditionierung: Wir leben wie wir es gelernt haben zu leben… von der Gesellschaft, den Eltern, den Lehrern … unserem Umfeld. Was bleibt übrig, wenn wir ablegen, was von uns erwartet wird und wir nicht mehr etwas nachjagen, das lediglich unser Ego befriedigt? Dem, was Rang und Namen hat… irgendeinem Status, einem Diplom… einem äußeren Ereignis…

Was wäre, wenn wir einfach sind. Und nichts erreichen müssten. Wie wäre es, wenn wir mühelos sein dürfen was wir sind und daraus die besten Kreationen entstehen würden… wäre es nicht viel leichter?

Ich für mich habe entschieden, auszusteigen aus dem ‚Sein und Haben Wollen‘. Aus dem Höher, Weiter, Besser… nur weil es im Außen gut ausschaut. Wie lange macht es uns glücklich… das neue Auto, das Verliebtsein, der Urlaub….?

Was wäre, wenn wir in der Tiefe etwas viel Kostbareres finden? Eine Freude und Stille, wie sie kein Ereignis im Außen uns bringen könnte…. Einen Frieden, der mit nichts zu vergleichen ist… und eine Seelenruhe, die mehr wiegt als Gold?

Darin liegt die Freiheit. Wenn wir an nichts mehr hängen, das wir verlieren könnten. Wir keine Erwartungen mehr haben an etwas oder jemanden… und wenn wir einfach sind was wir sind.

Was für ein Beitrag können wir dann sein für die Welt. Ohne Projektionen und Schuldzuweisungen… weil man dann auch andere ‚sein‘ lassen kann.

Ich lade dich ein, diesen Raum zu betreten. In dieser Rückverbindung mit dir selbst, gibt es kein Wollen mehr, keinen Mangel an irgendetwas und die tiefe Gewissheit, dass alles richtig ist, wie es ist.

Namaste, Kathrin

Freiheit ist mein höchstes Gut

Frei zu sein war schon immer meine höchste Priorität. In meinem äußeren Leben schuf ich mir diese Freiheiten sehr sorgfältig… Ich wollte keine einengenden Bindungen, kein Angestelltenverhältnis und immer genügend finanzielle Mittel, um schnell mal einen Flug irgendwohin zu buchen. Ich wollte keine Freundschaften, die ich täglich pflegen musste oder andere Verpflichtungen, die mich irgendwie unfrei sein ließen.

Äußerlich war ich frei zu tun was ich wollte, innerlich jedoch blockiert, meinem Ruf zu folgen und zu tun, was ich spürte. Da waren Ängste nicht gut genug zu sein, Selbstzweifel über mein Wissen, Können und Tun, der Druck etwas schaffen zu müssen sowie Schuldgefühle denjenigen gegenüber, die nicht so frei waren wie ich und das Leben scheinbar unbegründet schwer nahmen.

Da dachte ich, was nützt es, alle Freiheiten zu haben, wenn wir innerlich gefangen sind… was nützt es die Welt zu bereisen und dabei ein schlechtes Gewissen zu haben… was nützt es den eigenen Weg zu gehen, wenn der innere Kritiker ihn freudlos machen…..

Und so kehrte ich mich nach Innen…. Ich entschied mich aufzuräumen mit dem was falsch in mir war… meine Annahmen über mich selbst, Selbstverurteilungen und Projektionen anderer auf mich.

Und ich erfahre Freiheit als eine neue Qualität. Was wäre, wenn wir niemandem etwas beweisen müssten und einfach nur wir selbst sein könnten? Was wäre, wenn es unwichtig wird, wie unser Leben von außen ausschaut, sondern nur zählt wie es uns wirklich geht… in unserem Leben?

Und dann wird es still. Und das Leben darf sich entfalten, jenseits allen Wollens und Tuns. Freiheit ist für mich zu etwas anderem geworden. Es bedeutet, sein zu dürfen. Ich sein.

Und nur aus einem authentischen Sein heraus, sind wir frei und können der Welt beitragen… Unverfälscht, echt und frei.

Und das Leben prüft uns…. und bringt uns Situationen, die uns auf Authentizität prüfen. Auf unsere Freiheit prüfen. Was wählen wir? Noch ein bisschen zu verharren, in dem was nicht stimmig ist… oder uns zu entfesseln von allem was unsere innere Freiheit drosselt….und endlich authentisch zu leben, so wie es unserem Innersten entspricht? Es ist eine Wahl und auch das ist Freiheit. Es ist eine bewusste Entscheidung und letztlich ein Commitment an uns selbst. Ich wähle es heute ganz bewusst.

Die Wüste hat mich leer gemacht

Vier Tage. 1500 km mit dem Auto. Endlose Weite….Wir fanden uns größtenteils alleine in flacher, hügeliger, erdiger, bergiger, spektakulärer Landschaft wieder… am Ende nur der Horizont.

In einer Vorstadt der Sahara angekommen, fragen wir nach einem Camp für die Nacht. Eine Stunde später sitzen wir auf den Kamelen, die uns in den Sonnenuntergang tragen… im Camp angekommen, steigen wir ab, klettern auf die höchste Düne, die wir finden und erleben einen magischen Sonnenuntergang…

Erst im Dunkeln steigen wir ab, laufen barfuß in unser Camp, das wir für uns alleine haben, wie sich herausstellt… Lediglich ein Koch und der Kamelguide sind anwesend und servieren uns ein hervorragendes Dinner inmitten der Saharadünen.

Um Mitternacht steigen wir nochmal auf eine Düne und spazieren dieser entlang… der Sand unter den Füßen ist mittlerweile kalt geworden, es ist windstill und nicht das leiseste Geräusch ist zu hören.

Ich fühle mich leer… und doch so erfüllt.

Bevor ich mich am nächsten Morgen wieder aufs Kamel schwinge, um vor der größten Hitze zurück in der Stadt zu sein, schaue ich noch mal in diese Weite und fühle eine friedliche Leere, wie sie erfüllender nicht sein könnte. Keine Gedanken. Keine Vorstellungen. Friedlicher Stillstand. Pures Sein.

Auf dieser ganzen Reise, taucht nur eine Frage immer wieder auf…. was wäre, wenn es nur darum geht? Sich immer wieder leer zu machen von allen Vorstellungen, die wir über uns und unser Leben haben…. und zu sehen, was letztlich übrigbleibt?

In der Leere liegt die größte Fülle. Im Sein der Schlüssel für Freiheit.

Wieder daheim angekommen, fühle ich eine sonderbare Stille in mir…. denn wieder hat mich Marokko gelehrt, dass die Ideen des Verstandes keine Wirkungen haben, wenn sie nicht wahrhaft dem entsprechen, was uns bestimmt ist, in die Welt zu bringen. Alles Wollen bringt nichts, wenn es nicht aus dem Innersten kommt. Erst wenn Ideen auch spürbar werden, haben sie Kraft und werden fruchten. Al Hamdulillah