Diebe, Befreiung und das Aufgeben aus Notwendigkeit

Mein äußeres Leben ist gerade lebendiger als je zuvor. Unser neues Motorbike wurde uns vor der Haustüre gestohlen, ein Taschendieb will mir im Vorbeifahren meine Tasche wegreißen und ein lang ersehntes Ziel ist endgültig reif es zu verabschieden, anstatt länger daran festzuhalten.

Es erstaunt mich trotz alle dem wie ruhig und gelassen ich innerlich bin, während das äußere Leben passiert.  Seit langem wusste ich, dass äußeres Erleben nicht glücklich macht, wenn man den Frieden nicht in sich hat. Doch erstmals erfahre ich diese Stille in mir als anhaltend, während im Außen allerhand los ist. Ich bin nunmehr Beobachter des Geschehens anstatt länger aufzuspringen auf die äußeren Ereignisse und mich von ihnen aus der Ruhe bringen zu lassen. Denn das Äußere hört nach meiner Erfahrung nicht auf zu passieren. Das Leben ist und bleibt dynamisch.

So fällt es mir auch erstaunlich leicht, ein lang gehegtes Ziel, das mir viel Zeit und Energie gekostet hat, an dieser Stelle aufzugeben. Ich belasse es. Ich erkenne, dass es meinem Leben nicht länger beiträgt hier festzuhalten oder noch mehr Energie zu investieren. Und ich atme auf. Es fühlt sich leicht an, dieses Ziel nicht länger in meinem Leben zu haben. Es öffnet unglaublich viel Raum. Es wird weit und sehr still in mir. Was für eine Freiheit es doch ist, an nichts und niemandem mehr zu hängen oder sich beweisen zu wollen.

Befreit habe ich mich selbst, nicht irgendjemand. Indem ich mir erlaubt habe, es zu belassen wie und was es ist. Und so breite ich mich aus in diesem neu gewonnenen Raum und der neu gewonnenen Zeit, die mich neues schaffen und kreieren lässt. Ich kann jeden nur ermutigen, sich zu erlauben immer wieder neu zu wählen. Denn was gestern gültig war, muss es heute nicht mehr sein.

Wir sind leider konditioniert darauf die Dinge ‚durchzuziehen‘, koste es was es wolle. Ich habe jedoch erstmals die Erfahrung gemacht, dass ‚Aufgeben‘ mir eine unglaubliche Befreiung bringt und mir weitaus mehr Möglichkeiten bietet als das Dranbleiben um jeden Preis. So habe ich mir selbst das größte Geschenk gemacht, indem ich mir erlaubt habe eine neue Wahl zu treffen… das Altgeglaubte aufgegeben habe um gleichzeitig dem Neuen Platz zu machen…. und was ist hier jetzt noch alles möglich… ich bin jedenfalls voller neugieriger Vorfreude.

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